Ungarn
Die Fläche von Ungarn beträgt 93030 km². Das bedeutet, dass bei 10 Millionen Einwohnern 110 Einwohner/km² leben. Die Hauptstadt von Ungarn ist Budapest. Als Staatsform ist Ungarn eine parlamentarische Republik. Gesprochen wird in Ungarn vorwiegend Ungarisch. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 15900 US$ pro Einwohner. Die Währung von Ungarn heißt Forint (1 Forint = 100 Filler).
Naturlandschaft in Ungarn
Östlich der Donau nimmt die Ungarische Tiefebene den größten Teil Ungarns ein. Das Ungarische Mittelgebirge, das im Norden Ungarns liegt, erreicht eine Höhe von 1015 m. Das Fünfkirchener Bergland findet man im Süden von Ungarn. Die wichtigste Wasserstraße und durchwegs schiffbar ist die Donau, die Ungarn in südlicher Richtung durchfließt. Die Theiß ist der längste Fluss von Ungarn. Das größte Binnengewässer Mitteleuropas ist der Plattensee, der Nahe der Hauptstadt liegt.
Klima in Ungarn
In Ungarn herrscht ein kontinental geprägtes Klima, dass sich in kalten, niederschlagsreichen Wintern und sehr warmen Sommern äußert. Die Temperaturen liegen im Winter um den Gefrierpunkt, im Sommer bei etwa 22 Grad.
Bevölkerung in Ungarn
Aus 90 % Magyaren und kleinen Minderheiten von Sinti und Roma (4 %), Deutschen (2,6 %), Serben (2 %), Slowaken und Rumänen besteht die Bevölkerung von Ungarn. Römisch-katholisch sind zwei Drittel der Ungarn, hinzu kommen 20 % Kalvinisten und weitere kleine Religionsgruppen.
Geschichte und Politik in Ungarn
Die Magyaren vielen im 9. Jahrhundert in Ungarn ein, das bis zum 13. Jahrhundert zu einer führenden Macht in Europa wurde. Der größte Teil Ungarns kam im 16. Jahrhundert unter osmanische Herrschaft. Der Westen dagegen fiel an die Habsburger, die nach den Türkenkriegen im 17. Jahrhundert das ganze Land beherrschten. 1867 erreichte Ungarn die Unabhängigkeit. Allerdings blieb Ungarn bis 1918 an die habsburgische Doppelmonarchie Österreich-Ungarn gebunden. Die Republik Ungarn wurde nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem das faschistische Ungarn an der Seite von Deutschland kämpfte, 1946. 1990 fanden in Ungarn die ersten demokratischen Wahlen statt. Alle vier Jahre wird das Einkammerparlament der Nationalversammlung gewählt. Seit 1999 gehört Ungarn der NATO an und seit 2004 ist das Land Mitglied der Europäischen Union.
Wirtschaft und Tourismus in Ungarn
Einen bemerkenswerten Aufschwung erlangte Ungarn in Folge der seit 1995/1996 Privatisierungs- und Investitionsprogramme. Das Bruttoinlandsprodukt betrug 2005 108 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von 4,1 % entspricht. Zur Wirtschaftsleistung steuert die Landwirtschaft 3 % bei, vor allem durch den Anbau von Getreide, Wein, Kartoffeln und Tabak sowie der Rinder- und der Schweinezucht. Der Schwerpunkt des Industriesektors, der 31 % zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt, liegt bei der Metallverhüttung und dem Maschinen- und dem Fahrzeugbau. Die Erzeugnisse aus diesem Sektor sind die Hauptausfuhrgüter des Landes. Einen weiteren großen Anteil am Industriesektor hat der Chemiebereich, vor allem die Pharmazie. 66 % zum Bruttoinlandsprodukt trägt der Dienstleistungssektor bei, der immer mehr an Bedeutung gewinnt.
Die Hauptstadt Budapest mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten und der Plattensee (erwärmt sich im Sommer auf 30 Grad) stellen die Zentren des Tourismus von Ungarn dar. Die 52000 ha große Puszta Hortobagy ist der wichtigste Nationalpark Ungarns.
Verkehr in Ungarn
Über eine Länge von 7606 km erstreckt sich das Eisenbahnnetz von Ungarn. Gemeinsam mit Österreich wird der Anschluss an Österreich verwaltet. 158000 km, einschließlich 420 km Autobahn, umfasst das Straßennetz, wovon rund 70000 km asphaltiert sind. Auf den Flüssen Donau und Theiß werden auf 1622 km Binnenschifffahrt betrieben. Über 15 Flughäfen verfügt Ungarn – darunter findet man zwei internationale Flughäfen, die in der Hauptstadt Budapest und am Plattensee liegen.