Russland

Die Fläche von Russland beträgt 17075200 km². Das bedeutet, dass bei 143,4 Millionen Einwohnern, 8 Einwohner/km² leben. Die Hauptstadt von Russland ist Moskau. Als Staatsform ist Russland eine föderative Präsidialrepublik. In 89 Territorien der Föderation gliedert sich das Verwaltungsgebiet von Russland. Gesprochen wird in Russland vorwiegend Russisch und 100 andere Sprachen. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 10700 US$ pro Einwohner. Die Währung von Russland heißt Rubel (1 Rubel = 100 Kopeken).

Naturlandschaft in Russland

Russland ist das flächenmäßig größte Land der Erde und bedeckt rund 11 % der Landfläche des Planeten. Von der Ostsee und dem Schwarzen Meer im Süden bis zum Pazifik sowie der Beringstraße und vom Nordpolarmeer bis in die innerasiatischen Hochländer erstreckt sich Russland. Zwischen der Beringstraße und der Ostsee liegen mehr als zehn Stunden Zeitunterschied. Das Innere Russland wird durch den Ural in das Osteuropäische Tiefland und das Westsibirische Tiefland (ein riesiges Feuchtgebiet von der Größe Mitteleuropas, gespeist von den Flüssen Ob und Jenissej) gegliedert. Die Südostgrenze des Landes bildet der Kaukasus, das im Osten und im Südosten von Bergländern und Hochgebirgen umrahmt wird. Die riesigen Waldgebiete des Taigagürtels findet man im Norden und im Nordosten, die weite Teile Sibiriens bedecken. Durch Inseln und Halbinseln werden die Küsten von Russland gegliedert. Die weiten Steppengebiete der Wüste weichen im Südosten Russlands. Auf dem Gebiet der Russischen Föderation befindet sich insgesamt mehr als ein Fünftel der Waldbestände. Die großen Mischwaldgebiete im Westen Russlands wie auch die riesigen borealen Wälder im Norden gehören zu den Waldbeständen. Geologisch aktiv sind die Halbinsel Kamtschatka am Pazifik wie auch die Inselgebiete der Kurilen im äußersten Osten von Russland. 30 der 3000 Vulkane sind auf Kamtschatka tätig, der Kljutschew Sopka ist mit 4750 m der höchste unter den Vulkanen. Durch Russland fließen zehn Flüsse mit einer Länge von mehr als 2200 km – der längste unter ihnen ist der Ob mit seinem Nebenfluss Irtysch, der im Altaigebirge entspringt und nach 5410 km in die Kara-See mündet. Mit 3351 km ist die Wolga der längste Fluss Europas. Der im Süden des Mittelsibirischen Berglandes liegende, 600 km lange Baikalsee, der mit 1620 m tiefste Süßwassersee der Erde ist, gehört zu den größten Binnengewässern von Russland.

Klima in Russland

In seinen unterschiedlichen Zonen entspricht das Klima der enormen Ausdehnung des Landes. Das Klima in Russland reicht von Steppenklima im Süden über trockenes Kontinentalklima in den größten Teilen des europäischen Teils Russlands mit sehr heißen Sommern und schneereichen Wintern bis zur subarktischen Wetterlage in Sibirien. Durch Tundra- und Polarklima ist der gesamte Norden Russlands geprägt. Der Festlandskältepol befindet sich im ostsibirischen Oimjakon. Hier wurden -69,8 Grad gemessen. Aus Dauerfrostboden beseht knapp die Hälfte der gesamten Landesfläche. Subtropisch geprägt sind die Krim, die Küsten des Schwarzen Meeres und das südliche Zentralasiens. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen dort zwischen 6 Grad im Winter und 23 Grad im Sommer. In Moskau betragen die durchschnittlichen Temperaturen im Winter -9 Grad im Mittel, aber auch -30 Grad sind keine Seltenheit. 20 Grad werden durchschnittlich im Juli gemessen.

Bevölkerung in Russland

Die Bevölkerung von Russland besteht zu 81,5 % aus Russen, zu 3,8 % aus Tataren, aus 3 % Ukrainer, Tschuwaschen und hunderte anderer ethnischer Gruppen, darunter 0,6 % Russen aus deutscher Herkunft. Im europäischen Teil Russlands sowie im Ural und entlang der Trassen der Transsibirischen Eisenbahn liegen die Hauptsiedlungsgebiete von Russland. Die meisten Russen sind durch den jahrzehntelangen Staatsatheismus noch immer konfessionslos. Die russisch-orthodoxe Kirche zählt die meisten Anhänger, hinzu kommen eine große Anzahl Muslime sowie Minderheiten von Juden, Katholiken, Animisten und Buddhisten. Ebenfalls stark verbreitet sind in Russland Sekten (Mun, Aum). Unterhalb der nationalen Armutsgrenze lebt etwa ein Fünftel der russischen Bevölkerung. Besonders stark davon betroffen sind alte Menschen.

Geschichte und Politik in Russland

Die Urslawen kamen schon im 1. Jahrtausend v. Christus und besiedelten das Gebiet um den Dnjepr. 1380 besiegte das unscheinbare Fürstentum Moskau die Goldenen Horden und einigte die bestehenden russischen Stadtreiche. Der Moskauer Großfürst Iwan IV. ließ 1547 zum ersten Zaren der gesamten Russischen Reiches krönen und wurde somit Herrscher über das „Dritte Rom“. Die Europäisierung von Russland wurde durch Peter I. (1682 – 1725) vorangetrieben. Peter I. besiegte 1709 Schweden und sicherte durch die neue Hauptstadt St. Petersburg den Einfluss des Russischen Reiches im Ostseeraum. Dem Russischen Reich wurden Teile Kareliens, Livland und Estland einverleibt. Die europäische Politik wurde von nun an von der führenden Großmacht Russland bestimmt. Über Jahrhunderte hinweg war dagegen die innenpolitisch Situation von Russland durch Leibeigenschaft, katastrophalen Lebensbedingungen der Menschen, stetig wiederkehrenden Aufständen zwischen Bauern und Großgrundbesitzern sowie anhaltenden Nationalitätenkonflikten. Im Jahr 1917 mündeten die Revolutionen von 1825, 1860 und 1905 in die Februarrevolution und führten zur Absetzung des letzten Zaren, der mit seiner Familie im März 1918 hingerichtet wurde. 1922 wurde, nach der Rückeroberung zahlreicher abgefallener Provinzen durch die Rote Armee, die UdSSR gegründet. Ab 1924 wurde unter Josif Wissarionowitsch Stalin die Industrialisierung in großem Umfang vorangetrieben und die Landwirtschaft kollektiviert. Zugleich wurden Millionen von Oppositionellen in Arbeitslagern hingerichtet.
Stalin schloss 1939 mit Deutschland einen Nichtangriffspakt, um die innenpolitische Entwicklung abzusichern. Im Jahre 1941 wurde die Sowjetunion von der deutschen Wehrmacht überfallen und Russland trat in den Zweiten Weltkrieg ein. Russland verteidigte unter großen Opfern das heimatliche Territorium bis zur Kapitulation des Deutschen Reiches im Jahre 1945.
Die alte UdSSR wurde mit dem Rücktritt Gorbatschows endgültig aufgelöst. Ein Bund aus 21 autonomen Republiken (Adygien, Altai, Baschkortostan, Burjatien, Chakassien, Dagestan, Inguschetien, Kabardino-Balkarien, Kalmykien, Karatschai-Tscherkessien, Karelien, Komi, Mari El, Mordwinien; Nordossetien, Sacha, Tatarstan, Tschetschenien, Tschuwaschein, Tuwa und Udmurtien) bildete sich als Nachfolger.
Aus der Staatsduma und dem Föderationsrat besteht das Zweikammerparlament von Russland. Der Präsident hat umfassende Machtbefugnisse und wird direkt vom Volk gewählt. Für die Zukunft findet man Konfliktpotenzial in den Unabhängigkeitsbestrebungen einiger Republiken, die in Tschetschenien, Ossetien und Tartastan in den letzten Jahren zu schweren kriegerischen Auseinandersetzungen geführt haben.

Wirtschaft und Tourismus in Russland

Das Bruttoinlandsprodukt betrug 2005 755 Milliarden US-Dollar, wovon 5 % auf die Landwirtschaft, 37 % auf die Industrie und 58 % auf den Dienstleistungssektor entfielen. Russland verfügt über immense Rohstoffvorkommen (ein Drittel der Erdgasvorkommen weltweit, 12 % der Erdöl- und ein Drittel der Kohlevorkommen, daneben große Vorräte an Gold und Eisenerz, die größten Vorkommen der Erde an Mineralien und enorme Bestände von Holz) und sichert sich damit ein stabiles Wirtschaftswachstum. Nahrungsmittel, Eisen und Stahl, Maschinenbau, Chemie und Transportausrüstung sind weitere wichtige Industriezweige. Mit dem Anbau von Kartoffeln, Getreide, Zuckerrüben und Kohl sowie mit Vieh- und Milchwirtschaft trägt die Landwirtschaft in weiten Regionen Russlands zur Subsistenzwirtschaft bei. Bei der Verteilung des Vermögens herrschen große Ungleichheiten: Die Landbevölkerung lebt unter ärmlichen Bedingungen, während Moskau, St Petersburg und einige Ölförderregionen boomen.
Ein Land für Gruppenreisende ist Russland, denn seit das staatliche Touristikkomitee aufgelöst wurde, befindet sich der Tourismussektor im Umbruch. Viele Gebiete sind für Touristen bis heute nicht zugänglich. Russland hat zahlreiche landwirtschaftliche Schönheiten und kulturhistorisch einmalige Zeugnisse seiner langen Geschichte zu bieten. Die beiden Metropolen St. Petersburg und Moskau stellen die Zentren des Fremdenverkehr dar. Die 125 Museumsstätten, darunter die Auferstehungskirche, die Eremitage, eines der größten Museen der Welt und die Peter-Pauls-Festung sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Zarenstadt St. Petersburg. Unter Naturschutz stehen knapp 4 % der Landesfläche von Russland. Zu den größten Nationalparks der Erde gehört der Komi-Forst im Norden Russlands.

Verkehr in Russland

154000 km umfasst das Eisenbahnnetz Russlands und verläuft hauptsächlich im Südwessteil des Landes. 40 % davon sind nur für Industrietransporte reserviert. Die Transsibirische Eisenbahn ist die wichtigste Fernverbindung, die über 9311 km von Moskau bis Wladiwostok oder über eine Anschlusstrecke bis Peking führt. Über eine Länge von 948000 km erstreckt sich das Straßennetz von Russland, davon sind wiederum 416000 km nicht öffentlich, also ausschließlich für militärische und industrielle Zwecke bestimmt. Lediglich 336000 km sind asphaltiert, 201000 km überhaupt nicht befestigt und nur während weniger Monate m Jahr befahrbar. Weites gibt es 630 Flughäfen in Russland, von denen aus auch entlegene Gebiete in Sibirien angeflogen werden. In Moskau und St. Petersburg findet man die zwei internationalen Flughäfen von Russland. Die Binnenschifffahrt von Russland hat auch große Bedeutung. Sie wird auf Wasserwegen mit einer Länge von 101000 km, darunter 16900 km an Kanälen, betrieben wird. In Archangelsk, St. Petersburg, Kaliningrad, Wladiwostok, Ochotsk und Rostow befinden sich die wichtigsten Häfen des Landes, die Zugang zum Pazifik, zum Atlantik und zum Nordmeer, zum Schwarzen Meer und zur Ostsee haben.


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