Mauretanien

Die Fläche von Mauretanien beträgt 1030700 km². Das bedeutet, dass bei 3 Millionen Einwohnern, 2,6 Einwohner/km² leben. Die Hauptstadt von Mauretanien heißt Nouakchott. Als Staatsform ist Mauretanien eine islamische Präsidialrepublik. In 13 Regionen gliedert sich das Verwaltungsgebiet von Mauretanien. Gesprochen wird in Mauretanien vorwiegend Arabisch, aber auch Niger- und Kongosprachen. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 2000 US$ pro Einwohner. Die Währung von Mauretanien heißt Ouguiya (1 Ouguiya = 5 Khoums).

Naturlandschaft in Mauretanien

Zu 47 % besteht Mauretanien aus Wüste. Zahlreiche Sandbänke sind der geradlinig verlaufenden Steilküste vorgelagert. Ein Tiefland landeinwärts bildet mit Sanddünenfelsen den westlichen Abschluss der Sahara. Der mit 915 m höchste Berg Kédia d´Idjil liegt auf mehreren Sandsteinplateaus. In das Sandwüstenbecken El Djouf geht im Oste die ebene Steinwüste von Mauretanien über. Landwirtschaft ist etwa auf einem 1 % der Fläche im Süden von Mauretanien möglich. Das günstigste Siedlungsgebiet ist der Fluss Senegal, da er der einzige Fluss in Mauretanien ist der das ganze Jahr Wasser führt.

Klima in Mauretanien

In Mauretanien herrscht überwiegend ein trocken-heißes Wüstenklima mit durchschnittlichen Temperaturen von 20 bis 24 Grad im Januar und 30 bis 34 Grad im Juli. Im Norden beträgt die mittlere Niederschlagsmenge weniger als 100 mm, im Süden liegt sie zwischen 300 und 400 mm. Größere Gras- und Buschflächen findet man in der Wüstensteppe beziehungsweise Dornsavanne des Sahel. Dattelpalmen gedeihen lediglich in den Oasen von Mauretanien. Affenbrotbäume, Raphialpalmen und Bambus wachsen am Ufer des Senegal. Der Lebensraum für Elefanten, Löwen, Hyänen und Antilopen bildet die Savanne. Auf Strauße, Leoparden und Warzenschweine trifft man in der Wüstensteppe.

Bevölkerung in Mauretanien

Die Bevölkerung von Mauretanien besteht zu 81 % aus arabisch-berberischen Mauren. Aus 7 % Wolof, 5 % Toucouleur, 3 % Soninke und 1 % Fulbe, Bambara, Sarakolè und weiteren Ethnien setzten sich die Schwarzafrikaner zusammen. Weiters leben etwa 5000 Europäer in Mauretanien. Die Staatsreligion des Landes ist der Islam. Eine weitere religiöse Minderheit bildet das Christentum. Unterhalb der Armutsgrenze leben 31,4 % der Bevölkerung von Mauretanien. Bei durchschnittlich 53 Jahren liegt die Lebenserwartung der Menschen. Die Analphabetenrate liegt bei 49 %.

Geschichte und Politik in Mauretanien

Die Portugiesen kamen im frühen 15. Jahrhundert an die Küste Mauretaniens. Das einst mächtige islamische Almoravidenreich, das sich bis nach Spanien hin erstreckte war zu diesem Zeitpunkt schon seit 300 Jahren untergegangen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts herrschten maurische Sultane über Mauretanien, da die Spanier nicht erkannten, dass das Land voller Bodenschätze ist. Mauretanien wurde im Jahr 1903 von den Franzosen zum Protektorat erklärt. 1920 wurde das Land zur Kolonie. 1960 wurde Mauretanien unabhängig, jedoch erhob Marokko Ansprüche auf das Gebiet, die erst 1970 aufgegeben wurden. Mauretanien erlebte einen außenpolitischen Schlingerkurs durch mehrere Umstürze und Regierungsumbildungen. Spannungen mit dem Senegal führten zu Vertreibungen der jeweils anderen Staatsbürger. Eine neue Verfassung gilt seit 1991. Alle fünf Jahre stellt sich die Nationalversammlung zur Wahl. Alle sechs Jahre werden die Abgeordneten im Senat und das Staatsoberhaupt vom Volk direkt gewählt. Ab dem 18. Lebensjahr besteht in Mauretanien das Wahlrecht.

Wirtschaft und Tourismus in Mauretanien

Das Bruttoinlandsprodukt von Mauretanien betrug 2005 1,58 Milliarden US-Dollar, wovon 19 % auf die Landwirtschaft, 30 % auf die Industrie und 51 % auf den Dienstleistungssektor entfielen. Fisch, Fischprodukte, Rohstoffe, insbesondere Eisenerz werden ins Ausland exportiert. Nahrungsmittel, Maschinen, Transportmaschinen, mineralische Brennstoffe und chemische Erzeugnisse bilden die Hauptimportgüter von Mauretanien.
Touristisch ist Mauretanien kaum erschlossen. Einige Oasen und die Reste alter islamischer Architektur sind sehenswert. Zwischen November und März liegen die besten Reisezeiten für einen Besuch in Mauretanien.

Verkehr in Mauretanien

Das Straßennetz erstreckt sich über eine Länge von 8900 km, wovon 1700 km asphaltiert sind. Von Zouirat nach Nouadhibou führt die einzige Eisenbahnstrecke über 675 km. Die Eisenbahn von Mauretanien wird in erster Linie für den Eisenerztransport genutzt. In Nouakchott und Nouadhibou liegen die internationalen Flughäfen und Seehäfen von Mauretanien.


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