Iran
Die Fläche des Iran beträgt 1648000 km². Das bedeutet, dass bei 68 Millionen Einwohnern, 41 Einwohner/km² leben. Die Hauptstadt des Iran ist Teheran. Als Staatsform ist der Iran eine islamische Republik. Gesprochen wird im Iran vorwiegend Farsi, aber auch Kurdisch und Turksprachen. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 8100 US$ pro Einwohner. Die Währung des Iran heißt Rial (1 Rial = 100 Dinar).
Naturlandschaft in Iran
Der Iran liegt zwischen dem Kaspischen Meer und dem Persischen Golf. Vom 5604 m hohen Elbursgebirge im Norden und vom Zagrosgebirge im Süden ist der Iran eingerahmt. Der Iran hat im Südwesten Anteil an der ausgedehnten mesopotamischen Tiefebene. Mit zahlreichen Binnenbecken weist das Hochland im Landesinneren des Iran Wüstencharakter auf und geht im Osten in die Wüste Lüt über. Die Große Salzwüste, Dasht-e-Kavir, schließt sich im Norden an.
Klima in Iran
Der Iran bildet ein Land der Extreme: Extrem kalte Winter wechseln sich mit extrem heißen Sommern (bis 50 Grad) ab. Am Kaspischen Meer nimmt das aride oder semiaride Klima subtropische Züge an. An den Flanken der Randgebirge findet man Niederschläge. Im Norden an der Küste des Kaspischen Meers hat der Iran eine subtropische Vegetation
Bevölkerung in Iran
Die Bevölkerung des Iran besteht aus 51 % Persern, 24 % Aserbaidschaner (im Inneren des Iran und im Nordwesten), 7 % Kurden und Minderheiten von Luren, Turkmenen, Belutschen und Armeniern. Muslime sind 99 % der Iraner, unter ihnen 89 % Schiiten und 10 % Sunniten. Weiters leben über 2 Millionen Flüchtlinge, hauptsächlich aus Afghanistan und aus dem Irak, im Iran.
Die Amtssprache des Iran ist Farsi, es wird aber auch Kurdisch, Aserbaidschanisch, Arabisch und Armenisch gesprochen. Im Falle von Krankheit oder Arbeitslosigkeit hat der Staat des Iran für die Bevölkerung ein Sozialversicherungssystem eingerichtet. Am Staatshaushalt beträgt der Anteil der Aufwendungen für Soziales und Gesundheit 15 %. Der Iran hat weiters 36 Universitäten. Bei über 20 % liegt die Analphabetenquote, die Arbeitslosenrate beträgt über 30 %. Die Bevölkerung des Irans ist im Schnitt knapp über 25 Jahre alt.
Geschichte und Politik in Iran
Das Land wurde bereits im 2. Jahrtausend v. Christus von den Iraniern besiedelt. Die Iranier waren im 6. Jahrhundert v. Christus die Begründer des bis nach Ägypten reichenden ersten persischen Weltreichs.
Mit der Eroberung des Sassanidenreichs im 7. Jahrhundert durch die Araber begann die Islamisierung des Landes. Die Islamisierung brachte eine Zeit des kulturellen Aufschwungs, die mit dem Mongolensturm im 13. Jahrhundert ein jähes Ende fand. Durch die Safawiden-Dynastie wurde die Fremdherrschaft im 16. und 17. Jahrhundert beendet. Eine große wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit erlebte das neupersische Reich mit der Hauptstadt Isfahan in der Folgezeit. Als Höhepunkt persischer Architektur, zeugen heute noch viele Gebäude aus dieser Zeit. In den Interessenskonflikt zwischen Russland und Großbritannien geriet der Iran im 19. Jahrhundert. Zur ersten Verfassung und zur Einberufung eines Parlaments führten die Aufstände gegen den Einfluss der fremden Mächte 1906. Schah Pahlewi, der sich als Nachfolger des legendären Kyros II., dem Gründer des ersten persischen Großreichs, ordnete das Land rigoros nach westlichem Vorbild um. Reformen im Erziehungswesen, Modernisierungen in der Landwirtschaft und Sanierungen im Staatshaushalt führte Schah Pahlewi durch. Die islamische Revolution erschütterte 1978 den Iran. Der Umsturz wurde von Ayatollah Khomeini aus seinem französischen Exil heraus organisiert. 1979 wurde die Islamische Republik ausgerufen, nachdem der zweite Schah den Iran verlassen musste.
Der Regierungschef, der vom Parlament gewählt wird, ist in großen Teilen dem zwölfköpfigen Wächterrat, einem Gremium aus sechs parlamentarisch gewählten Vertretern, gegenüber verpflichtet und verfügt praktisch kaum über eigene Befugnisse.
Mit den Parlamentswahlen vom Juni 2005 endeten die Reformbestrebungen. Ein zentrales Ziel der neuen Machtinhaber ist die Intensivierung des iranischen Atomprogramms und rückt das Land in den Fokus der Weltpolitik.
Wirtschaft und Tourismus in Iran
Das Bruttoinlandsprodukt des Iran betrug 2005 190 Milliarden US-Dollar, wovon 11 % auf die Landwirtschaft, 41 % auf die Industrie und 38 % auf den Dienstleistungssektor entfielen. Agrarisch werden 38 % der Landesfläche des Irans genutzt, aber nur durch meist unterirdische, künstliche Bewässerungssysteme möglich gemacht. Es werden vorwiegend Weizen, Gerste, Zitrusfrüchte, Zuckerrüben, Tabak, Tee, Pistazien und Datteln angebaut. Die Schwerindustrie erwirtschaftet 85 % der Exporterlöse. Die Exporterlöse werden durch die bedeutenden Erdöl- und Erdgasreserven, Kohle-, Kupfer-, Nickel und Chromvorkommen ermöglicht. Immer mehr an Bedeutung verlieren die traditionellen Manufakturen wie Teppichknüpfereien und Kupfer- und Silberschmiedewerkstätten. Trotzdem werden sie noch immer vom Staat unterstützt.
Der Ausbau einer touristischen Infrastruktur wird durch die instabilen politischen Verhältnisse erschwert. Auch die strengen Kleidungsvorschriften, die bereits am Heimatflughafen im Iran greifen, erschwert den Touristen den Besuch des Landes. In den Städten Qom und Meschhed findet man schiitische Heiligtümer, die unzählige Pilger anziehen. Auch die vorchristlichen Städte Persepolis und Pasangadae sind sehenswert. Ein beeindruckendes Beispiel der hohen und kunstvollen persischen Architektur findet man in der Königsmoschee in Isfahan.
Verkehr in Iran
Das Straßennetz, dass sich über 162000 km erstreckt, ist mittlerweile zur Hälfte asphaltiert. Buschehr, Bandar-e Khomeini und Bandar-e Abbas sind die wichtigsten Häfen des Irans. Das Inlandsflugnetz ist relativ gut ausgebaut, dagegen sind einige Gebiete nur mit der Bahn zu erreichen.