Irak

Die Fläche des Iraks beträgt 437072 km². Das bedeutet, dass bei 26 Millionen Einwohnern, 56 Einwohner/km² leben. Die Hauptstadt des Iraks ist Bagdad. Als Staatsform ist der Irak eine Präsidialrepublik. Gesprochen wird im Irak vorwiegend Arabisch, aber auch Kurdisch in den Nordprovinzen. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 3400 US$ pro Einwohner. Die Währung des Irak heißt Irak-Dinar (1 Irak Dinar = 100 Fils).

Naturlandschaft in Irak

Das Kernland des Irak bildet das fruchtbare Überschwemmungsland der Flüsse Euphrat und Tigris im Nordosten der Arabischen Halbinsel. An den Flussläufen begann man schon in frühislamischer Zeit künstliche Bewässerungssysteme aufzubauen, was zu einem breiten Grüngürtel entlang der beiden Ströme führte. Das kurdische Hochland befindet sich im Nordosten des Landes, im Westen und Südwesten schließlich herrschen Halbwüste und Wüste vor. Einen schmalen Zugang zum Persischen Golf gibt es östlich von Kuwait. Große ökologische Schäden haben die Golfkriege verursacht, von denen sich die Natur nur langsam erholt.

Klima in Irak

Im Irak herrscht weitgehend Wüstenklima mit kühlen Wintern und trockenen, sehr heißen Sommern. Die Winter sind in den nördlichen Bergregionen (mit Gipfeln bis zu 3600 m Höhe) außerordentlich kalt und schneereich. In der Hauptstadt Bagdad liegen die durchschnittlichen Temperaturen im Januar bei 10 Grad und im Juli bei 35 Grad. Allerdings sind die Temperaturen in Bagdad im Vergleich zu den anderen Landesteilen relativ gemäßigt.

Bevölkerung in Irak

Der Großteil der Bevölkerung des Iraks besteht aus Arabern, die sich zu 97 % zum Islam bekennen, 60 % bekennen sich zur schiitischen Prägung. Die Kurden mit 20 % bilden eine Minderheit im Irak. Die Kurden leben vorwiegend in einer autonomen Region im Bergland. Weitere Minderheiten sind die Türken und Turkmenen. Unter der desolaten Sicherheitslage, die zu einem permanenten Versorgungsnotstand in allen Bereichen geführt hat, leidet die Bevölkerung des Iraks.

Geschichte und Politik in Irak

Den Kern des mesopotamischen Reichs bildet das Schwemmland am Unterlauf der beiden Flüsse, eines der ältesten Siedlungsgebiete der Erde. Die Sumerer gründeten den Irak im 3. Jahrtausend v. Christus. Die Erfindung der Keilschrift gehört zu den größten Errungenschaften dieses Volkes, die das erste bekannte Schriftsystem der Welt darstellt. Von den Babylonier und Assyrer wurde das Gebiet im 1. und 2. Jahrtausend vor Christus beherrscht. Ein Anziehungspunkt für die Wissenschaft und Künste stellte die Hauptstadt Babylon dar. Die „Hängenden Gärten“, eines der sieben Weltwunder, sind in dieser Zeit entstanden. Die Griechen zogen in der Zeit um Christi Geburt in den Irak und später kamen die Römer. Beide Völker drängten das babylonische Reich immer weiter zurück. Von den Persern wurde das Gebiet im 6 Jahrhundert v. Christus erobert. Unter arabisch-islamischen Einfluss geriet das Land im 7. Jahrhundert. Die Hauptstadt des aufstrebenden islamischen Weltreiches wurde Bagdad. Die Periode endete mit der Eroberung und Zerstörung von Bagdad durch die Mongolen im 13. Jahrhundert. Die Osmanen regierten ab dem 16. Jahrhundert 300 Jahre lang über den Irak.
1921 wurde von der britischen Schutzmacht ein Monarch eingesetzt, der 1958 nach blutigen Unruhen abgesetzt wurde. Der gewalttätige Konflikt mit der kurdischen Minderheit dauert seit 1961 an, die gemeinsam mit Kurden aus der Türkei und dem Irak ein autonomes Kurdistan fordern. 1920 wurde die Erfüllung der Forderung eines autonomen Kurdistan im Friedensvertrag von Sèvres in Aussicht gestellt, aber bis heute nicht umgesetzt.
Das Land führte unter dem Präsidenten Saddam Hussein von 1980 bis 1988 einen grausamen Krieg um Ölregionen mit seinem Nachbarn Iran und den zweiten Golfkrieg von 1991, in dem das von irakischen Truppen annektierte Kuwait von einer internationalen Streitmacht unter Führung der USA befreit wurde. Der Konflikt mit den USA verschärfte sich im Jahr 2002, die Massenvernichtungswaffen im Irak vermuteten. Der Irak wurde am 20. März 2003 von US-amerikanischen und britischen Streitkräften angegriffen und das Regime Saddam Husseins wurde innerhalb weniger Wochen beseitigt. Die erste freie Wahl seit über 40 Jahren wurde im Januar 2005 abgehalten. Allerdings ist die politische Situation nach wie vor instabil. Dutzende von Menschen fallen täglich brutalen Terroranschlägen zum Opfer. Mehr als 30000 Menschen kamen seit dem offiziellen Ende der Kampfhandlungen im Mai 2003 im Irak durch Anschläge ums Leben.

Wirtschaft und Tourismus in Irak

Über die drittgrößten gesicherten Erdölreserven der Erde verfügt der Irak. Nach den Jahrzehnten der staatlichen Reglementierungen müssen erst noch marktwirtschaftliche Strukturen geschaffen werden. Weiters muss sich der Irak erst von den Jahrelangen Kriegen erholen. Das Bruttoinlandsprodukt betrug 2004 34 Milliarden US-Dollar, wovon 10 % auf die Landwirtschaft, 69 % auf die Industrie und 21 % auf den Dienstleistungssektor entfielen. Allerdings wird ein großer Teil des Wirtschaftsgeschehens nicht offiziell erfasst. Die Erneuerung der Förderanlagen ist die Priorität im Irak, da das Land zu 97 % vom Öl finanziert wird.
Der Fremdenverkehr ist seit den Kriegen im Irak vollkommen zum Stillstand gekommen.

Verkehr in Irak

Über 2032 km erstreckt sich das Schienennetz des Iraks, über 47000 km das Straßennetz. Chur el-Amja, Basra und Umm Kasr sind die wichtigsten Häfen am Persischen Golf. Tigris und Euphrat sowie der Shatt al Arab sind die schiffbaren Gewässer des Iraks. In Bagdad, Arbil, Basra, Mosul und Sulaimaniyya befinden sich die Flughäfen des Irak.


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