Arktis
Die Fläche der Arktis beträgt 26000000 km². Territorial gehört die Arktis zu Kanada, Russland, USA, Dänemark und Norwegen.
Naturlandschaft der Arktis
Das Gebiet des Nordpolarmeeres und die daran angrenzenden Festlandmassen und Inseln umfasst die Arktis. Aus Packeis – in Schollen gebrochenes, zusammengepresstes Meereis – das eine Dicke von bis zu 40 m erreicht besteht das zentrale Nordpolargebiet der Arktis. In den Sommermonaten verläuft die Packeisgrenze nördlich von Spitzbergen, Sewernaja, Semlja, der Neusibirischen Inseln, Kap Barrow in Alaska sowie der Inseln des Kanadischen Archipels und der Nordküste Grönlands. Auf das Gebiet der Bäreninslen nördlich von Island, die Südspitze von Grönland, die Neufundlandbank bis etwa nach Hailfax sowie Teile des Bering-, des Japanischen und des Ochotskischen Meeres erstreckt sich die winterliche Meereisausdehnung.
Klima der Arktis
Permanent von Eis bedeckt sind knapp 40 % der Arktis. Im Sommer liegen die Temperaturen in der Arktis um den Gefrierpunkt, im Winter bei – 30 Grad bis – 35 Grad. Jakutsk in der sibirischen Taiga gilt als kältestes Gebiet der Erde. Die russische Station Wostok in der Antarktis mit – 88 Grad hält den globalen Kälterekord. Permafrostgebiete sind unvergletscherte Polarbereiche. Auch die angrenzenden Wälder Skandinaviens, Kanadas und Sibiriens sind ebenfalls Permafrostgebiete. Eine Mitteltemperatur von 9 Grad ist für einen dauerhaft gefrorenen Untergrund in Arktis erforderlich. Der nördliche Saum des borealen Nadelwaldgürtels ist die Grenze zu den gemäßigten Breiten. Zum borealen Nadelwaldgürtel wird die sibirische Taiga sowie der skandinavische und der kanadische Nadelwald gezählt. Werden im wärmsten Monat die 10 – 12 Grad Temperatur unterschritten, ist kein normaler Baumwuchs in der Arktis mehr möglich. Krüppel- und zwergwüchsige Koniferen und Sträucher wachsen in der Baum- und Strauchtundra der Arktis. Flechten, Moose, Gräser und Polsterpflanzen gedeihen in der arktischen Tundra, wo der Boden permanent gefroren ist. Wenige Dezimeter taut der Untergrund in den Sommermonaten auf und ermöglich eine kurze Vegetationsperiode. Strenger Frost mit Temperaturen von bis zu – 50 Grad herrscht im Winter der Arktis. Vermutlich werden 10 – 15 % des Eises durch die Klimaerwärmung bis ins Jahr 2010 wegschmelzen.
Bevölkerung der Arktis
Die Bevölkerung der Arktis, die aus 2 Millionen Einwohnern besteht, setzt sich aus nordeuropäischen und nordasiatischen Polarvölkern zusammen. Hauptsächlich sind das Inuit (Eskimos), Sami (Lappen) und Jakuten.
Geschichte und Politik der Arktis-Länder
Territorial gehören die arktischen Gebiete zu Kanada (Arktischer Archipel), Russland (Sibirien), USA (Alaska), Dänemark (Grönland) und Norwegen (Spitzbergen, Jan Mayen und Bäreninsel). Der Arktische Rat wurde am 1. Oktober 1996 gegründet. Alle Erschließungsvorhaben im Bereich der Bodenschätze sowie Fischfang und Jagd soll der Arktische Rat koordinieren, da die Störanfälligkeit der Arktis sehr groß ist. Die Mitgliedsländer des Rates der Arktis sind Dänemark, Finnland, Island, Russland, Norwegen, Kanada, Schweden und USA. Ein Mitspracherecht im Rat haben auch drei Ureinwohnerorganisationen der Arktis. Europäische Seefahrer versuchen seit dem 15. Jahrhundert das Nordpolarmeer zu erkunden. Das Ziel bestand darin, einen Seeweg in den Orient zu finden. Wissenschaftliches Interesse spielte erst im 19. Jahrhundert bei der Erforschung der Arktis eine Rolle. Die mit kufenbestückten Schiffen ausgerüstete Expedition von Sir Edward Parrys kam im Jahre 1827 bis auf 900 km an den Pol der Arktis heran. Sir John Franklin, der 1845 die Nordwestpassage finden wollte, brauchte eine Rettungsmannschaft, die 15 Jahre lang nach im suchte. Der Forscher und seine Crew wurden nicht gefunden, allerdings wurden wertvolle geografische Erkenntnisse gewonnen. Der Amerikaner Ralph Plaisted erreichte 1968 zu Fuß den Nordpol. 1926 wurde der Pol von Roald Amundsen, Lincoln Ellsworth und Umberto Nobile überflogen. Unter der Eisdecke unter dem Pol tauchte 1958 das US-amerikanische Atom-U-Boot Nautilus hindurch, über Wasser schaffte 1977 der atombetriebene sowjetische Eisbrecher „Arktika“ die Polüberquerung.
Wirtschaft in der Arktis
Auf der Ausbeutung von Rohstoffen beruht die ökonomische Bedeutung des Nordpolarsektors. In Alaska fördern die USA Erdöl. Auf kanadischem Gebiet sind Erdöl, Erdgas, Zink, Silber und Gold vorhanden. In Grönland findet man Zink, In Norwegen und Russland Kohle und in Norwegen Eisen. In Russland gibt es Apatit, Erdöl, Erdgas, Buntmetalle, Gold, Diamanten und Nickel. Fischfang wird auf allen Anrainerstaaten der Arktis betrieben. Die Pelztierzucht bzw. der Pelztierfang sind auf kanadischen und russischen Gebieten von großer Bedeutung. Von der Wal- und Robbenjagd leben traditionell einzelne Gruppen der Ureinwohner.