Antarktis
Die Fläche der Antarktis beträgt 12500000 km². 14 Millionen km² sind mit Schelfeismassen bedeckt.
Naturlandschaft der Antarktis
Ein Teil des Urkontinents Gondwana, der sich vor etwa 180 Millionen Jahren in die Antarktis, Afrika, Südamerika, Australien und Vorderindien differenzierte ist die Antarktis. Unterhalb des südlichen Polarkreises befindet sich mit einem Mittel von 2040 m der am höchsten gelegene Kontinent. Die Fläche der Antarktis umfasst 12,5 Millionen km² – rechnet man die Schelfeismassen hinzu, sogar 14 Millionen km². 80 % des gesamten Süßwasservorkommens auf der Erde sind in der Antarktis in Form von Süßwassereises gespeichert. Zum Atlantik sowie zum Indischen und zum Pazifischen Ozean hat das Meer eine offene Verbindung. Der Erdteil der Antarktis wird durch das Rossmeer und Weddellsee in zwei Hälften. Ein 19,4 Millionen km² großes, von Inlandeis bedecktes Tafelland findet man im Osten der Antarktis. Die 2,69 Millionen km² große antarktische Halbinsel, die sich nach Norden hin in zahlreiche Inseln und Halbinseln auflöst liegt im Norden der Antarktis. Ein bis über 4000 m hohes vergletschertes Faltengebirge liegt in Westantarktika. Der immer noch tätige Vulkan Mount Erebus, der 4023 m hoch ist, erhebt sich auf der Rossinsel im Rossmeer. Das bis zu 2500 m dicke Inlandeis bildet eine Hochfläche von etwa 3000 m Höhe, die sich an den Rändern in Gletschern und schließlich in Eisbergen und Treibeis auflöst.
Klima der Antarktis
Mit einer Niederschlagsmenge von 30 bis 70 mm im Jahresmittel und einer durchschnittlichen Temperatur zwischen – 50 und – 60 Grad ist die Zentralantarktis eine extreme Kälte- und Trockenwüste. Mit 200 bis 400 mm Niederschlag und Temperaturen von – 10 bis – 20 Grad herrschen an den Küsten etwas weniger extreme Verhältnisse. Jedoch sorgen heftige Stürme, wenig Sonnenschein und lang anhaltender Nebel für einen ebenfalls widrigen Lebensraum an der Küste der Antarktis.
Bevölkerung in der Antarktis
Auf der Antarktis leben außer dem wissenschaftlichen Personal auf den 42 Forschungsstationen keine Menschen. Im Winter handelt es sich etwa um 4000 Personen, im Sommer etwa um 1000.
Geschichte der Antarktis
Der britische Seefahrer James Cook erreichte in den Jahren von 1772 bis 1775 den südlichen Polarkreis. Von dem Briten Bransfield, dem Amerikaner Palmer und dem Russen Bellinghausen wurde 1820 der antarktische Kontinent entdeckt. Die ernsthafte wissenschaftliche Erforschung der Antarktis begann jedoch erst im 20. Jahrhundert. Der Norweger Amundsen erreichte am 14. Dezember 1911 als Erster den Südpol, wenige Wochen vor der Expedition des Engländers Scott. Zahlreiche Expeditionen zur Antarktis zu Land oder mit dem Flugzeug folgten. Sieben Staaten erheben auf etwa 80 % des antarktischen Gebiets völkerrechtlich nicht anerkannte Ansprüche. Auf das Antárdida Argentinia Argentinien, auf das Australian Antarctic Territory und das Gebiet um Heard sowie die McDonlad-Inseln Australien, auf Antártida Chilena Chile, auf das Adélieland Frankreich, auf das British Antarctic Territory Großbritannien, auf Ross Dependency Neuseeland und auf das Königin-Maud-Land Norwegen. Zwölf Staaten unterzeichneten am 1. Dezember 1959 einen Vertrag, der die wirtschaftliche Nutzung und die sonstigen Belange der Antarktisregeln sollte. Am 23. Juni 1961 trat der Antarktisvertrag in Kraft. 43 Staaten sind seither dem Antarktisvertrag beigetreten, davon 26 Staaten mit Konsultativstatus, also mit der Verpflichtung zur Unterhaltung einer wissenschaftlichen Station. Diese Verpflichtung haben Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Chile, die Volksrepublik China, Deutschland, Ecuador, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Südkorea, Neuseeland, die Niederlande, Norwegen, Peru, Polen, Russland, Schweden, Spanien, Südafrika, Uruguay und die USA. Folgende Staaten sind dem Antarktisvertrag ohne Konsultativstatur beigetreten: Bulgarien, Dänemark, Griechenland, Guatemala, Kanada, Kolumbien, Nordkorea, Kuba, Österreich, Papua-Neuguinea, Rumänien, die Schweiz, die Slowakei, die Tschechische Republik, die Türkei, die Ukraine und Ungarn. Südlich des 60. Breitengrades sind vertragsgemäß sämtliche Souveränitätsansprüche illegitim. Über Konsultativkonferenzen erfolgt die Verwaltung der Antarktis. Nukleare Versuche sind in der Antarktis verboten – das Gebiet ist entmilitarisiert. Im Rahmen friedlicher wissenschaftlicher Forschungsarbeiten haben alle Partner des Antarktisvertrag Zugang. Der Erhalt von Flora und Fauna sichern Zusatzabkommen. Weiters werden wirtschaftliche Ausbeutungen der Rohstoffvorkommen (Eisen, Nickel, Platin, Gold, Kohle, Kupfer, Chrom, Titan, Erdgas und Uran) untersagt. Die Beobachtung der Ozonschicht erfolgt in der Antarktis seit 1957.
Wirtschaft und Tourismus in der Antarktis
Die Ausbeutung der Rohstoffvorkommen ist durch den Antarktisvertrag in der Antarktis nicht gestattet. Der Fischfang ist stark eingeschränkt.
Mit strikten ökologischen Auflagen gibt es in der Antarktis auch Tourismus. Die Fremdenverkehrsgäste können Pinguinkolonien besuchen oder in vulkanischen Gewässern baden.